Kindersicherung bei Netflix, Disney+ und Prime Video
Kurz gesagt
- Bei Netflix, Disney+ und Prime Video gilt die Kindersicherung pro Profil. Ein Kinderprofil nützt wenig, wenn dein Kind mit einem Tipp ins Elternprofil wechseln kann.
- Deshalb gehört zu jedem Kinderprofil eine PIN auf den Erwachsenenprofilen und eine Sperre gegen neue Profile.
- Altersstufen lassen sich überall nach den deutschen Freigaben 0, 6, 12, 16 und 18 einstellen.
- Bei Prime Video gelten Wiedergabebeschränkungen nur für das ausgewählte Gerät. Und wer das Kontopasswort kennt, kann bei allen Diensten die Kindersicherung ändern.
Netflix und Co. sind bequem, aber sie liegen alle hinter derselben Fernbedienung. Ein Tipp auf das falsche Profil, und statt Zeichentrick läuft eine Horrorserie. Die gute Nachricht: Alle drei großen Dienste haben brauchbare Kindersicherungen. Du musst sie nur einmal richtig kombinieren.
Die Menüpfade stammen aus den deutschen Hilfeseiten der Anbieter. Je nach Gerät, App oder Browser heißen einzelne Punkte etwas anders. Viele Einstellungen gehen nur im Browser oder in der Handy-App, nicht am Fernseher. YouTube hat eine eigene Seite: YouTube kindersicher machen.
| Netflix | Disney+ | Prime Video | |
|---|---|---|---|
| Kinderprofil | Kinderprofil mit Netflix-Kids-Umgebung | Junior-Modus | Kinderprofil |
| Altersstufe pro Profil | ja | ja, nicht im Junior-Modus | ja, pro Gerät |
| PIN für Profile | Profilsperre, vierstellig | Profil-PIN, vierstellig | Profil-PINs und Konto-PIN |
| Neue Profile sperren | PIN für neue Profile | Profileinrichtungssperre | über die Konto-PIN |
| Autoplay aus | pro Profil | pro Profil, im Junior-Modus schon aus | keine Angabe in der Hilfe |
Netflix
Kinderprofil anlegen
- Am Fernseher in der Profilauswahl „Profil hinzufügen“ wählen, in der App über Mein Netflix > Profile verwalten.
- Namen eingeben und „Kinderprofil“ bzw. „Für Kinder“ oder „Kind?“ aktivieren, je nach Gerät.
Das Kinderprofil zeigt eine vereinfachte Oberfläche ohne Zugriff auf die Kontoeinstellungen und nur Titel und Spiele für Kinder. Das Hauptprofil kann kein Kinderprofil sein. Ein Konto hat bis zu fünf Profile.
Altersstufe für ältere Kinder
Für ältere Kinder legst du statt des Kinderprofils eine Altersstufe fest. Netflix nutzt in Deutschland 0 und 6 („Empfohlen für Kids“), 12 („Empfohlen für Teenager“) sowie 16 und 18. Eigenproduktionen ohne FSK-Kennzeichen stuft Netflix laut SCHAU HIN! selbst ein.
- Im Browser Konto > Profile > Kindersicherung anpassen öffnen.
- Das Profil wählen und deine Identität bestätigen, per Code oder Passwort.
- Die Altersstufe wählen und speichern. Unter „Titel-Einschränkungen“ kannst du zusätzlich einzelne Serien oder Filme sperren.
In der App heißt der Punkt Profile verwalten > [Profil] > Altersfreigabe-Einschränkung. Bei Kinderprofilen lässt sich die Altersstufe nur im Browser ändern. Die Stufe gilt auch für Netflix-Spiele.
Die Lücken schließen
- Profilsperre für dein eigenes Profil und alle anderen Erwachsenenprofile: Konto > Profile > [Profil] > Profilsperre > Profilsperre einrichten, vierstellige PIN.
- „PIN abfragen, um neue Profile hinzuzufügen“ einschalten. Das geht nur im Browser und nur, wenn das Hauptprofil eine Profilsperre hat. Sonst legt dein Kind einfach ein neues Profil ohne Einschränkungen an.
- Autoplay aus: Unter Konto > Profile > [Profil] > Wiedergabe-Einstellungen „Automatisches Abspielen der nächsten Folge“ und „Automatische Vorschau“ ausschalten.
- Titelverlauf ansehen: Konto > Profile > [Profil] > Titelverlauf.
Disney+
Die Kindersicherung stellst du bei Disney+ im Browser oder in der Handy-App ein, nicht am Fernseher.
Junior-Modus
Beim Anlegen eines Profils über „Profil hinzufügen“ schaltest du den Schieberegler Junior-Modus ein. Das Profil zeigt dann eine kindgerechte Oberfläche und nur Inhalte, die für verschiedene Altersgruppen geeignet sind, ohne Werbung und ohne Autoplay. Eine Altersstufe lässt sich dort nicht einstellen. Mit der Option „Kindersicherung - Profilwechsel“ muss beim Verlassen des Junior-Profils eine ausgeschriebene Zahlenfolge eingetippt werden. Das hilft allerdings nur, solange dein Kind noch nicht lesen kann.
Altersstufe, PIN und Profilsperre
- Profile > Profile bearbeiten öffnen und das Profil wählen.
- Unter Kindersicherung die „Altersfreigabe“ auf 0, 6, 12, 16 oder 18 setzen. Dafür fragt Disney+ dein Passwort ab.
- Für die Erwachsenenprofile im selben Menü eine vierstellige „Profil-PIN“ festlegen.
- Unter Konto > Einstellungen die „Profileinrichtungssperre“ einschalten. Dann braucht jedes neue Profil dein Kontopasswort.
- Beim Kinderprofil den Schalter „Ohne Altersfreigabe + Live-Übertragungen“ ausschalten. Er ist standardmäßig an, und Live-Inhalte können laut Disney+ Erwachsenenthemen enthalten.
Werbeclips erfasst die Altersfreigabe laut Disney+ nicht.
Prime Video
Bei Prime Video ist die Kindersicherung etwas verstreuter. Das Herzstück ist die Prime Video-Konto-PIN. Nur mit ihr lassen sich Kauf- und Wiedergabebeschränkungen umgehen, Profile sperren und das Anlegen neuer Profile einschränken.
- Im Browser die Seite „Meine Profile“ öffnen, „Profil bearbeiten“ und dein Profil als Kontoinhaber wählen.
- Neben „Konto-PIN und Sperren“ auf „Verwalten“ tippen, bei Amazon anmelden und die Prime Video-Konto-PIN erstellen.
- Unter Konto und Einstellungen > Berechtigungen die Altersbeschränkung festlegen und die Geräte auswählen, für die sie gelten soll.
- Die Kaufbeschränkung einschalten, dann ist für Käufe und Leihfilme in Prime Video die PIN nötig.
Zusätzlich gibt es ein Kinderprofil. medien-kindersicher.de und SCHAU HIN! schreiben, dass es Titel bis 12 Jahre zeigt. Auch hier kann dein Kind aber zwischen Profilen wechseln, wenn die anderen keine PIN haben.
Am Fernseher selbst
Viele Fernseher und Streaming-Boxen haben eine eigene Kindersicherung. Beim Apple TV findest du sie unter Einstellungen > Allgemein > Einschränkungen. Apple weist aber darauf hin, dass diese Einschränkungen nicht für Apps aus dem App Store gelten. Was in Netflix, Disney+ oder Prime Video läuft, stellst du also immer in der jeweiligen App ein. Beim Fire TV und bei Smart-TVs hängen die Menüs vom Modell ab. Bei manchen Samsung-Fernsehern ist laut medien-kindersicher.de die PIN ab Werk 0000. Ändere sie.
Was das Gesetz verlangt
Nach dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag müssen Anbieter dafür sorgen, dass Kinder Inhalte, die für ihr Alter nicht freigegeben sind, üblicherweise nicht wahrnehmen, etwa durch technische Sperren. Seit dem 1. Juni 2026 müssen Anbieter von Filmen, Serien und Spielen online außerdem die Altersstufe vor oder mit Beginn deutlich anzeigen und die wesentlichen Gründe dafür nennen. Die Profile und PINs sind genau diese technischen Mittel, aber sie wirken nur, wenn du sie einrichtest.
Menüpfade und Angaben zuletzt geprüft am 14.09.2026. Hersteller ändern Menüs und Altersgrenzen regelmäßig. Wenn bei dir etwas anders aussieht, schreib mir bitte (Kontakt).
Quellen
- Netflix-Hilfe: Kindersicherung für Netflix
- Netflix-Hilfe: Profil für Kinder erstellen
- Netflix-Hilfe: Altersfreigaben für Profile festlegen oder Titel blockieren
- Netflix-Hilfe: Altersfreigaben für Serien und Filme
- Netflix-Hilfe: Profil-PIN hinzufügen, ändern oder entfernen
- Netflix-Hilfe: PIN zum Hinzufügen neuer Profile
- Netflix-Hilfe: Automatisches Abspielen der nächsten Folge
- Netflix-Hilfe: Gesperrtes Profil fordert keine PIN an
- Netflix-Hilfe: Profile erstellen, bearbeiten oder löschen
- Disney+-Hilfe: Kindersicherung auf Disney+
- Disney+-Hilfe: Profile einrichten und verwalten
- Disney+-Hilfe: Altersfreigaben auf Disney+
- Prime Video-Hilfe: Einrichtung der Kindersicherung
- Prime Video-Hilfe: PIN für das Prime Video-Konto einrichten
- Prime Video-Hilfe: Wiedergabebeschränkungen online einrichten
- Apple: Kindersicherung auf dem Apple TV einrichten
- medien-kindersicher.de: Kindersicherung für Netflix
- medien-kindersicher.de: Kindersicherung für Disney+
- medien-kindersicher.de: Kindersicherung für Amazon Prime Video
- medien-kindersicher.de: Kindersicherung für Samsung TV
- SCHAU HIN!: Streaming, aber sicher
- § 5 JMStV Entwicklungsbeeinträchtigende Angebote
- § 5c JMStV Kennzeichnungs- und Hinweispflicht
- KJM: Alterseinstufung, Kennzeichnungspflicht ab 1. Juni 2026