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Kindersicherung an der Fritzbox

Von Daniel Weihmann · aktualisiert am 14.09.2026

Kurz gesagt

  • Die Kindersicherung der FRITZ!Box arbeitet mit Zugangsprofilen. Ein Profil legt Onlinezeiten, Zeitbudget und Filter fest, du ordnest ihm die Geräte deines Kindes zu.
  • Du findest sie unter Internet > Filter > Kindersicherung. Eine App brauchst du dafür nicht.
  • Wichtigster Schritt gegen Umgehung: Das Profil „Standard“ sperren, denn jedes neue Gerät landet automatisch dort.
  • Die Einstellungen gelten nur im eigenen WLAN. Mit mobilen Daten oder bei Freunden wirken sie nicht.

Der Router ist der einzige Ort, an dem du alle Geräte im Haushalt gleichzeitig erreichst: das Handy, das Tablet, die Konsole, den Laptop fürs Homeschooling. Bei der FRITZ!Box ist eine Kindersicherung schon eingebaut. Sie ersetzt nicht die Einstellungen am Gerät selbst, ergänzt sie aber gut, gerade bei Geräten ohne eigene Kindersicherung.

Die Menüpfade stammen aus der Wissensdatenbank des Herstellers FRITZ! (früher AVM) und beziehen sich auf das aktuelle FRITZ!OS. Bei älteren Versionen heißen einzelne Reiter anders, etwa „Zugangsprofile“ statt „Kindersicherung“.

So funktionieren Zugangsprofile

Ab Werk gibt es drei Profile:

  • Standard gilt für alle Geräte, die du nicht anders zuordnest. Neue Geräte landen automatisch hier.
  • Unbeschränkt hat keine Einschränkungen, gedacht für die Geräte der Erwachsenen.
  • Gast gilt für alle Geräte im Gastnetz und lässt sich nicht pro Gerät regeln.

Für dein Kind legst du ein eigenes Profil an. Hat es mehrere Geräte, ordnest du alle demselben Profil zu.

Ein Zugangsprofil für dein Kind anlegen

  1. Im Browser fritz.box aufrufen und mit dem Kennwort der FRITZ!Box anmelden.
  2. Internet > Filter öffnen, Reiter Kindersicherung, dann „Neues Zugangsprofil“.
  3. Einen Namen vergeben, zum Beispiel den Namen deines Kindes.
  4. Zeitplan festlegen: an welchen Tagen und zu welchen Uhrzeiten Internet möglich ist, etwa nicht nach 20 Uhr.
  5. Wenn gewünscht, ein Zeitbudget pro Tag einstellen. Hat dein Kind mehrere Geräte, wähle ein gemeinsames Budget, sonst gilt das Budget pro Gerät.
  6. Bei Bedarf „Internetseiten filtern“ aktivieren (siehe unten) und „Nutzung des Gastzugangs gesperrt“ anhaken.
  7. Speichern. Dann im Reiter Kindersicherung bei jedem Gerät deines Kindes das neue Profil auswählen.

Einzelne Geräte kannst du im selben Reiter auch komplett sperren, unterwegs geht das in der MyFRITZ!App unter „Heimnetz“. Braucht dein Kind ausnahmsweise länger, etwa für ein Referat, lässt sich die Onlinezeit mit Tickets verlängern, ohne das Profil zu ändern.

Internetseiten filtern

Die FRITZ!Box kennt zwei Listen, die du selbst füllst:

ListeWirkungPasst für
Gesperrte InternetseitenAlles erlaubt, außer den eingetragenen AdressenÄltere Kinder, einzelne Seiten gezielt sperren
Erlaubte InternetseitenAlles gesperrt, außer den eingetragenen AdressenLaut FRITZ! für kleine Kinder
  1. Internet > Filter, Reiter Listen öffnen.
  2. Bei „Gesperrte Internetseiten“ oder „Erlaubte Internetseiten“ die Adresse eintragen, ohne http, https und www, zum Beispiel beispiel.de. Pro Liste passen bis zu 500 Adressen hinein.
  3. Mit „Übernehmen“ speichern.
  4. Im Zugangsprofil deines Kindes „Internetseiten filtern“ und die passende Liste einschalten.
  5. Die FRITZ!Box neu starten, damit der Filter auch bei Geräten greift, die schon verbunden sind.

Zwei Dinge solltest du wissen. Viele Seiten und fast alle Apps laden Inhalte von mehreren Adressen. Bei einer Erlaubt-Liste funktioniert eine Seite nur, wenn auch diese Adressen eingetragen sind, bei Wikipedia etwa zusätzlich wikimedia.org. Bei einer Sperrliste musst du umgekehrt alle Adressen eines Angebots sperren. Für YouTube nennt FRITZ! deshalb gleich fünf Einträge: youtube.com, youtube-nocookie.com, youtu.be, ytimg.com und googleapis.com. Die letzte Adresse nutzen auch andere Google-Dienste, eine Sperre kann also Nebenwirkungen haben. Probier es am besten aus, bevor dein Kind sich über eine kaputte Schul-App beschwert.

Solange eine Filterliste aktiv ist, sperrt die Box außerdem den direkten Aufruf von IP-Adressen. Blockierte Adressen tauchen in der Liste „Erlaubte IP-Adressen“ auf, dort kannst du sie freigeben.

Das BPjM-Modul

Zusätzlich lässt sich im Zugangsprofil das BPjM-Modul einschalten. Es sperrt Seiten, die die Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz indiziert hat. Die Liste selbst ist nicht öffentlich, sie wird als Datei in Filterprogramme eingebunden. Voraussetzung in der FRITZ!Box: Unter System > Region und Sprache ist Deutschland eingestellt. Wie oft das Modul aktualisiert wird, habe ich in keiner offiziellen Quelle gefunden. Als alleiniger Schutz reicht es nicht, als Ergänzung schadet es nicht.

Einen Filter für Inhalte für Erwachsene hat die FRITZ!Box nicht eingebaut. Dafür kannst du einen Filter-DNS eintragen, das erkläre ich auf der Seite SafeSearch einschalten und erzwingen.

Damit die Kindersicherung nicht umgangen wird

LückeWas hilft
Neues Gerät oder ein Handy, das eine neue, zufällige MAC-Adresse verwendet, landet im Profil „Standard“Im Profil „Standard“ per Zeitplan das Internet komplett sperren. Das empfiehlt FRITZ! ausdrücklich. Neue Geräte schaltest du dann bewusst frei
Gastnetz ohne EinschränkungenIm Profil deines Kindes „Nutzung des Gastzugangs gesperrt“ anhaken und im Profil „Standard“ ebenfalls sperren
Kennwort der FRITZ!Box steht noch auf dem Aufkleber oder ist bekanntEigenes Kennwort setzen unter System > FRITZ!Box-Benutzer
Mobile Daten oder das WLAN bei FreundenHier wirkt der Router nicht. Dafür brauchst du die Kindersicherung am Gerät
Verschlüsseltes DNS im Browser läuft laut Mozilla an Filtern im Heimnetz vorbei, und VPN-Apps leiten den Verkehr technisch ebenfalls am Router vorbeiApp-Installationen am Gerät nur mit deiner Freigabe erlauben und gelegentlich die installierten Apps ansehen

Bei Android-Handys lohnt ein Blick in die WLAN-Einstellungen: Android verwendet pro WLAN oft eine zufällige MAC-Adresse. Google selbst rät, bei Jugendschutz im Netzwerk beide Adressen zu berücksichtigen. Die FRITZ!Box erkennt Geräte an der Kombination aus IP- und MAC-Adresse.

Mesh und Repeater

Die Kindersicherung stellst du immer an der FRITZ!Box ein, die das Heimnetz verwaltet, also am Mesh Master. Läuft eine FRITZ!Box nur als Repeater oder hängt sie hinter einem anderen Router, ist die Kindersicherung dort nicht verfügbar.

Technik und Absprache

SCHAU HIN! und medien-kindersicher.de betonen beide, dass ein Filter keine Absprachen ersetzt. Meine Einschätzung: Die FRITZ!Box ist stark bei festen Zeiten fürs ganze Haus, etwa „nachts ist das WLAN für die Kindergeräte aus“. Für Inhalte und einzelne Apps sind die Einstellungen am Gerät genauer. Welche Zeiten zu welchem Alter passen, steht unter Wie viel Bildschirmzeit ist okay?, und festhalten könnt ihr eure Regeln im Mediennutzungsvertrag.

Menüpfade und Angaben zuletzt geprüft am 14.09.2026. Hersteller ändern Menüs und Altersgrenzen regelmäßig. Wenn bei dir etwas anders aussieht, schreib mir bitte (Kontakt).

Quellen