Zum Inhalt springen
i-kiz: Kinder sicher im Netz, zur Startseite Hilfe holen

Start Geräte einrichten

Kindersicherung für Android-Handys und Tablets

Von Daniel Weihmann · aktualisiert am 14.09.2026

Kurz gesagt

  • Eigenes Android-Handy oder -Tablet deines Kindes: Google Family Link ist die Grundlage, auch auf Samsung, Xiaomi oder Lenovo.
  • Kleinkind am Handy der Eltern: Samsung Kids oder die Bildschirmfixierung reichen oft. Dein Kind bleibt dann in einer App oder einem geschützten Bereich.
  • Fire-Tablet von Amazon: Dort nutzt du Amazons eigene Kindersicherung. Du richtest ein Kinderprofil ein und steuerst es über das Eltern Dashboard. Das Abo Amazon Kids+ brauchst du dafür nicht.
  • Herstellereigene Bildschirmzeit-Einstellungen lassen sich meist nicht mit PIN sichern. Dein Kind kann sie also selbst ändern.

Anders als beim iPhone gibt es bei Android nicht die eine Kindersicherung. Google liefert Family Link, Samsung hat eigene Funktionen, Amazon baut auf seinen Tablets ein ganz eigenes System. Diese Seite hilft dir, die passende Lösung für euer Gerät zu finden.

SituationPassende Lösung
Kind hat ein eigenes Android-Handy oder -TabletGoogle Family Link mit Kinderkonto
Kind hat ein eigenes Samsung-Galaxy-GerätFamily Link, auf Wunsch zusätzlich das Samsung Kinderkonto
Kleinkind spielt kurz am Samsung-Handy der ElternSamsung Kids
Kleinkind soll nur ein Video oder eine App nutzenBildschirmfixierung („App anpinnen“)
Familie teilt sich ein TabletEigenes Nutzerprofil für das Kind, mit Family Link abgesichert
Fire-Tablet von AmazonAmazon Kids mit Eltern Dashboard

Samsung

Samsung Kids für Kleinkinder

Samsung Kids ist eine geschützte Spielumgebung, die direkt auf dem Galaxy-Gerät der Eltern läuft. Samsung empfiehlt sie für den Moment, in dem du deinem Kleinkind kurz dein Handy oder Tablet gibst. Die App ist in Deutschland kostenlos und läuft auf Samsung-Geräten ab Android 9. Ein eigenes Konto braucht dein Kind nicht.

  1. Die Schnelleinstellungen von oben herunterziehen und auf „Kids“ tippen. Fehlt die Schaltfläche, fügst du sie über „Schaltflächen bearbeiten“ hinzu. Eventuell muss Samsung Kids erst geladen werden.
  2. Beim ersten Start die PIN festlegen. Ist schon eine Displaysperre eingerichtet, nutzt Samsung Kids diese. Nur damit lässt sich der Kindermodus verlassen.
  3. Im Kindermodus oben rechts das Menü öffnen, Kindersicherungen wählen und die PIN eingeben.
  4. Erlaubte Apps festlegen, eine tägliche Bildschirmzeit und eine Schlafenszeit einstellen.

Dazu kommen ein eigener Browser, der nur freigegebene Seiten zeigt, Telefonate nur mit freigegebenen Kontakten und eine Kamera, deren Bilder getrennt von deiner Galerie bleiben. Mehrere Kinderprofile sind möglich.

Samsung Kinderkonto für ältere Kinder

Für ein eigenes Galaxy-Gerät gibt es das Samsung Kinderkonto in der Samsung Familiengruppe, ab One UI 6.1. Einrichten lässt es sich unter Einstellungen > Samsung Account > Familie > Familienmitglied einladen > Kinderkonto erstellen. Vorher legst du ein Google-Konto für dein Kind an. Zur Bestätigung deiner Identität fragt Samsung den Sicherheitscode einer Kreditkarte ab, laut Samsung ohne Belastung. Im Kinderkonto regelst du Webinhalte in Samsung Internet, Altersfreigaben und Downloads. Für Tageslimit, Ruhezeit und App-Limits verweist Samsung selbst auf Family Link.

Tablets von Lenovo, Xiaomi und anderen

Auf Android-Geräten mit Google-Diensten ist Family Link die Kindersicherung, unabhängig vom Hersteller. medien-kindersicher.de stellte zum Beispiel bei Xiaomi fest, dass sich die herstellereigene Bildschirmzeit nicht mit PIN sichern lässt, und verweist ebenfalls auf Family Link.

Manche Tablets, laut Google etwa von Lenovo, Medion und Pixel, bringen Google Kids Space mit. Das ist eine kindgerechte Oberfläche mit Apps, Büchern und Videos. Sie setzt ein Kinderkonto mit Family Link voraus, dessen Einstellungen auch dort gelten. Erkennbar ist das am Hinweis „Comes with Google Kids Space“ auf der Verpackung.

Ein Tablet für die ganze Familie

Teilt ihr euch ein Tablet, lege für dein Kind ein eigenes Nutzerprofil an: Einstellungen > System > Mehrere Nutzer > Nutzer hinzufügen. Das darf nur der Eigentümer des Geräts. Google nennt vier Profiltypen:

  • Nutzer: ein normales Profil mit eigenen Apps und Konten.
  • Minderjähriger Nutzer: ein Kinderkonto mit Family Link. Das ist die sichere Wahl.
  • Eingeschränktes Profil (nur Tablets): Du legst fest, welche Apps sichtbar sind. Apps mit Anmeldung funktionieren darin nicht. Nicht jeder Hersteller bietet es an.
  • Gast: für kurze Nutzung, ohne Zugriff auf deine Daten, aber mit freiem Internet.

medien-kindersicher.de rät, das Kinderprofil mit Family Link abzusichern, „als wäre es ein eigenes Gerät“. In anderen Nutzer- oder Gastprofilen greift Family Link nicht.

Für die Kleinsten: App anpinnen

Soll dein Kind nur ein Hörspiel hören oder ein bestimmtes Spiel spielen, hilft die Bildschirmfixierung. Die App bleibt dann im Vordergrund, der Wechsel zu anderen Apps ist gesperrt.

  1. Einstellungen > Sicherheit > Erweitert > Bildschirmfixierung einschalten. Auf Samsung heißt es Sicherheit und Datenschutz > Weitere Sicherheitseinstellungen > Anheften von Apps zulassen. Aktiviere dort, dass das Gerät nach dem Lösen gesperrt wird.
  2. Die App öffnen, dann die Übersicht der geöffneten Apps aufrufen, oben auf das App-Symbol tippen und „Anpinnen“ wählen.
  3. Zum Lösen je nach Bedienung nach oben wischen und halten oder „Zurück“ und „Übersicht“ gleichzeitig halten, dann PIN eingeben.

Google Play auch ohne Family Link absichern

Im Play Store lassen sich Altersfreigaben per PIN festlegen: Play Store > Profilbild > Einstellungen > Familie > Inhaltsbeschränkungen. In Deutschland richten sich die Freigaben nach der USK. Google nennt selbst Grenzen: Die Einstellung gilt nur auf diesem Gerät, schon installierte Apps bleiben sichtbar, und über Direktlinks kann eingeschränkter Inhalt auftauchen. Wer die Geräte-Einstellungen öffnen kann, setzt die Beschränkung außerdem zurück, indem er die Daten des Play Store löscht. Für Kinder ist das also nur ein Zusatz, kein Ersatz für Family Link. Käufe sicherst du unter In-App-Käufe deaktivieren ab.

Fire-Tablets von Amazon

Fire-Tablets laufen mit Amazons eigenem System Fire OS. Die Kindersicherung heißt dort Amazon Kids, ist kostenlos und auf allen Amazon-Tablets vorinstalliert.

  1. Am Tablet Einstellungen > Profil- und Kindersicherung öffnen und ein Kinderprofil erstellen. Dabei legst du eine PIN für den Wechsel ins Elternprofil fest.
  2. Im Browser eltern.amazon.de öffnen. Das ist das Eltern Dashboard, es gibt auch eine App.
  3. Beim Kind unter Einstellungen Tägliche Zeitlimits festlegen, getrennt für Werktage und Wochenende. Auf Wunsch weniger Zeit für Videos als für Bücher.
  4. Bei Bedarf Lernziele einstellen: Unterhaltung wird erst freigeschaltet, wenn die Lernzeit erreicht ist.
  5. Den Webbrowser prüfen: Standard sind nur von Hand ausgewählte Websites. Die breitere Stufe „Gefilterte Websites und Videos“ lässt auch Suchmaschinen zu.

Im Dashboard siehst du, welche Apps, Bücher und Videos dein Kind nutzt, und den Browserverlauf. Bis zu vier Kinderprofile sind möglich.

Amazon Kids+ ist ein zusätzliches Abo mit Büchern, Hörbüchern, Videos und Spielen für 3- bis 12-Jährige. Laut amazon.de kostet es am 14. September 2026 monatlich 4,99 Euro mit Prime und 7,99 Euro ohne Prime. Endet das Abo, sind die darüber genutzten Titel weg. Die Kinderschutz-Funktionen funktionieren laut medien-kindersicher.de auch ohne Kids+. Die Kids-Versionen der Fire-Tablets haben laut Amazon eine zweijährige Herstellergarantie statt einer einjährigen.

Und Kindersicherungs-Apps?

In Deutschland prüfen die Einrichtungen der Freiwilligen Selbstkontrolle, ob ein Jugendschutzprogramm nach dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag geeignet ist. Für offene Systeme wie Android nennt die FSM nur JusProg. Die App ist kostenlos, ohne Werbung und wird von einem gemeinnützigen Verein betrieben. Für Kinder bis sechs lässt sie nur Seiten aus einer geprüften Liste zu, vor allem von fragFINN. JusProg schreibt selbst, dass kein Filter absolut sicher ist.

Bei kommerziellen Überwachungs-Apps ist Vorsicht angebracht. Stiftung Warentest berichtete im April 2025 über eine Studie, nach der viele Kinderschutz-Apps Sicherheitsmängel haben und manche als Stalkerware eingestuft wurden. Der letzte vergleichende Warentest von Kinderschutz-Apps ist von 2020 und damit veraltet. klicksafe gibt ausdrücklich keine Empfehlung für oder gegen ein Programm und betont: Die Programme ersetzen keine Medienerziehung, und Überwachung sollte nie heimlich sein.

In den nächsten Jahren soll es einfacher werden: Nach dem 6. Medienänderungsstaatsvertrag müssen Betriebssysteme, die Kinder üblicherweise nutzen, eine Jugendschutzvorrichtung anbieten, die Eltern mit einem Schalter aktivieren. Welche Systeme das sind, bestimmt die Kommission für Jugendmedienschutz bis zum 1. Dezember 2026. Verpflichtend wird es ein Jahr danach.

Menüpfade und Angaben zuletzt geprüft am 14.09.2026. Hersteller ändern Menüs und Altersgrenzen regelmäßig. Wenn bei dir etwas anders aussieht, schreib mir bitte (Kontakt).

Quellen