Checkliste: bevor dein Kind das erste Handy bekommt
Kurz gesagt
- Eine Checkliste für den Tag, an dem das erste Handy ausgepackt wird: vorbereiten, einrichten, Kosten absichern, besprechen.
- Plane dafür eine gute Stunde ein, am besten gemeinsam mit deinem Kind. Laut KIM-Studie 2024 haben nur 40 Prozent der Eltern Schutzeinstellungen aktiviert.
- Die Liste lässt sich ausdrucken. Beim Drucken erscheint nur die Checkliste.
- Ob dein Kind schon so weit ist und welches Gerät passt, steht auf der Seite Handy für Kinder.
Die Entscheidung ist gefallen, das Handy liegt bereit. Jetzt kommt der Teil, der in der Aufregung gern untergeht: das Einrichten. Die Punkte auf dieser Seite habe ich aus den Empfehlungen von klicksafe, SCHAU HIN! und medien-kindersicher.de zusammengestellt und nach Reihenfolge sortiert. Nicht jeder Punkt passt für jede Familie. Streich, was ihr nicht braucht.
Ein Rat vorweg, den alle drei Stellen geben: Richte das Handy gemeinsam mit deinem Kind ein und erkläre, was du einstellst und warum. Eine Kindersicherung, die dein Kind versteht, wird seltener umgangen.
Die Checkliste
Kreuze an, was erledigt ist. Zu den meisten Punkten findest du unter der Liste eine ausführliche Anleitung.
Checkliste: erstes Handy
1. Vor dem Kauf
Klären, ob dein Kind so weit ist, zum Beispiel mit der Checkliste von klicksafe oder SCHAU HIN!.
Regeln der Schule erfragen: Darf das Handy mit, und wann darf es genutzt werden?
Tarif wählen: Prepaid oder Vertrag mit Kostenbremse. Den Vertrag schließt du ab, nicht dein Kind.
2. Gerät vorbereiten
Gebrauchtes Gerät: eigene Daten sichern und auf Werkseinstellungen zurücksetzen.
Betriebssystem und Apps aktualisieren. Prüfen, ob das Gerät noch Sicherheitsupdates bekommt.
Displaysperre mit PIN einrichten. Bei Jüngeren den Code gemeinsam überlegen und notieren.
3. Kinderkonto und Kindersicherung
iPhone: Kinder-Account in der Familienfreigabe anlegen, mit richtigem Geburtsdatum.
Android: Kinderkonto mit Google Family Link anlegen.
Bildschirmzeit bzw. Zeitlimits und Nachtruhe einstellen.
Altersfreigaben für Apps, Filme und Websites festlegen.
Neue Apps nur mit deiner Freigabe, auch kostenlose.
Eigenen Code für die Kindersicherung setzen, den dein Kind nicht kennt.
4. Kosten absichern
Käufe und In-App-Käufe nur mit Genehmigung, keine Kreditkarte im Kinderkonto.
Drittanbietersperre beim Mobilfunkanbieter einrichten.
Sonderrufnummern und Auslandsanrufe sperren lassen, wenn der Anbieter das anbietet.
Nachricht bei verbrauchtem Datenvolumen einschalten.
5. Datenschutz und Sicherheit
Standardeinstellungen durchgehen, unnötige vorinstallierte Apps entfernen oder deaktivieren.
Standort in der Kamera ausschalten. WLAN, Bluetooth und Ortung nur bei Bedarf.
App-Berechtigungen prüfen: Braucht das Spiel wirklich Kamera, Mikrofon und Kontakte?
Standort mit den Eltern teilen, wenn gewünscht, nur mit Wissen deines Kindes.
Messenger und soziale Netzwerke erst ab dem Mindestalter, dann Privatsphäre-Einstellungen gemeinsam setzen.
Automatische Sicherung für Fotos und Kontakte einrichten.
6. Gemeinsam besprechen
Handyfreie Zeiten: beim Essen, bei den Hausaufgaben, nachts. Aufschreiben, zum Beispiel im Mediennutzungsvertrag.
Kosten: Was kostet der Tarif, was kosten Apps und Spielwährungen?
Fotos: Keine Bilder von anderen ohne deren Erlaubnis verschicken.
Fremde: Wer unbekannt schreibt, wird nicht beantwortet, und du erfährst davon.
Hilfe: Dein Kind kann jederzeit zu dir kommen, auch wenn es selbst einen Fehler gemacht hat, ohne dass das Handy gleich weg ist.
Wo es sonst Hilfe gibt: Nummer gegen Kummer, 116 111.
7. Nach ein paar Wochen
Zusammen auf die Bildschirmzeit schauen: Passen die Regeln noch?
Neue Wünsche besprechen, Regeln mit dem Alter lockern.
Die Anleitungen zu den Punkten
| Punkt | Hier geht es weiter |
|---|---|
| Reife, Gerät, Tarif, Schulregeln | Handy für Kinder |
| Kinder-Account am iPhone | Apple Familienfreigabe und Bildschirmzeit am iPhone |
| Kinderkonto bei Android | Google Family Link einrichten |
| Käufe sperren | In-App-Käufe deaktivieren |
| Abofallen über die Handyrechnung | Drittanbietersperre |
| Ab wann welche App | Altersgrenzen von Apps und WhatsApp für Kinder |
| Videos | YouTube kindersicher machen |
| Internet zu Hause begrenzen | Kindersicherung an der Fritzbox |
| Regeln aufschreiben | Mediennutzungsvertrag |
| Wie viel Zeit | Wie viel Bildschirmzeit ist okay? |
Kontrolle oder Vertrauen?
klicksafe rät, das Handy deines Kindes nicht heimlich zu kontrollieren und nicht mit einem Handyverbot zu drohen. Sonst erzählt dein Kind im Ernstfall lieber nichts, etwa wenn es beleidigt wird oder ein Fremder schreibt. Die Leitlinie der Kinder- und Jugendmedizin rät außerdem, Bildschirmzeit nicht als Strafe oder Belohnung einzusetzen.
Die Kindersicherung ist zum Start eine gute Stütze. SCHAU HIN! empfiehlt, die Regeln mit dem Alter anzupassen. Meine Einschätzung: Eine Checkliste wie diese ist nach dem ersten Abend nicht erledigt. Nach ein paar Wochen merkst du, welche Einstellung nervt und welche fehlt, und genau dann lohnt sich das zweite Gespräch.
Menüpfade und Angaben zuletzt geprüft am 14.09.2026. Hersteller ändern Menüs und Altersgrenzen regelmäßig. Wenn bei dir etwas anders aussieht, schreib mir bitte (Kontakt).
Quellen
- klicksafe: Checkliste Ist mein Kind fit für ein eigenes Smartphone? (PDF)
- klicksafe: Smartphones sicher einstellen
- klicksafe: Tipps für die Smartphonenutzung von Kindern und Jugendlichen
- klicksafe: Ein Smartphone zum Schulstart, eine gute Idee? (05.08.2026)
- SCHAU HIN!: Ist mein Kind reif für ein Smartphone?
- SCHAU HIN!: Checkliste erstes eigenes Smartphone (PDF)
- SCHAU HIN!: Goldene Regeln für Kinder von 11 bis 13
- medien-kindersicher.de: Altes Gerät für das Kind einrichten
- mpfs: KIM-Studie 2024 (PDF)
- Medienleitlinie: Die wichtigsten Empfehlungen auf einen Blick